Am 19.09 und 20.09.2015 war es wieder soweit. Der Frankfurter Yachtclub veranstaltete seine jährliche Herbstregatta, unter Insidern das „Blaue Band“ genannt. Eigentlich wollten wir an der Veranstaltung aufgrund der in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen nicht mehr teilnehmen. Aber jeder sollte eine zweite Chance erhalten.
Das Erste was uns dieses Jahr auffiel, war die sehr gute Beteiligung, gepaart mit einer guten Organisation und der daraus resultierenden Stimmung. Der Frankfurter Yachtclub in Bestform?
Für das Wetter kann bekanntlich kein Veranstalter etwas. Der erste Lauf am Samstag endete in einer Wasserschlacht. Der Übergang von Regenwasser zum Flusswasser gestaltete sich nahtlos. Wer keinen Trockenanzug anhatte, wurde bis auf die Unterwäsche durchnässt.
Der leckere Leberkäs im Anschluss konnte die durchweichten Lebensgeister nur bedingt wieder wecken.
Der Sonntag zeigte sich da von seiner schöneren Seite. Trotz zeitweiser dichter Bewölkung brach die Sonne immer wieder durch und verbreitete wohlige Wärme auf den Schiffen. Der Anblick von 29 Segelbooten wurde zu einem beliebten Fotomotiv der Fahrgastschiffe, die das Regattafeld regelmäßig durchquerten. Auch für uns Segler eine her ungewohnte Kulisse mit so vielen Booten unterwegs zu sein auf dem Main. Das Feld starte in 4 Gruppen. Zuerst die 18 Jollen gefolgt von den 6 Kreuzern und 2 offenen Kielbooten. In einer eigenen Startgruppe und einem eigens ausgelegten Kurs die 3 Optimisten.
Selbst der Wind konnte diesem Anblick nicht wiederstehen. Es fiel ihm zwar zeitweise schwer die geforderten 2 Bf. durchzustehen, aber er hörte niemals in der Wettfahrt ganz auf. Dazu war die Windrichtung außergewöhnlich stabil.
Mit einstündiger Verspätung startete die erste Wettfahrt am Sonntag um 11:00 Uhr. Nachdem die Jollen und Dickschiffe gestartet waren wurde die Wettfahrt abgebrochen. Ein Berufsschiff überquerte kurz nach dem Start die Startlinie und teilte das gerade gestartete Feld in zwei Felder. Eine richtige und konsequente Entscheidung der Regattaleitung. Der Neustart erfolgte kurze Zeit später und es wurden 2 Runden gesegelt.
Die Regattaleitung war am Sonntag wild entschlossen die ausgeschriebenen 4 Wettfahrten zu absolvieren. Es folgten 2 weitere Wettfahrten über jeweils eine Runde.
Die Regattaleitung hat bei der Veranstaltung große Umsicht walten lassen und eine gute Figur abgegeben. Die Starts wurden mit Schall- und Flaggensignalen signalisiert, Zieldurchgänge mit der Glocke angezeigt. Es stand eine ausreichende Anzahl an Ordnerbooten zur Verfügung, die in die Regattaleitung eingebunden waren und das Regattafeld über Bahnverkürzungen informiert haben.
Der Segelclub Undine war mit einem Kreuzer, einem offenen Kielboot und einem Laser vertreten. Die Ausbeute:
1 Blaues Band, 3 Medaillen, 3 Flaschen Sekt, 6 Schäkelöffnern
Der Frankfurter Yachtclub in Bestform?
Die Frage kann man mit einem klaren „Ja“ beantworten. Gute Organisation, kompetente Regattaleitung, gute Beteiligung, gute Stimmung. Alles richtig gemacht. Wir werden uns den Termin im nächsten Jahr vormerken und gern wiederkommen. Ich glaube der Frankfurter Yachtclub konnte überzeugen und 29 Schiffe sehen schon gut aus.
Bis nächste Jahr
Klaus Mackeprang
Segelclub Undine