Auch in diesem Jahr fand an dem verlängerten Himmelfahrtswochenende in Workum am Ijsselmeer die internationale niederländische Jugendmeisterschaft im Segeln, die Dutch Youth Open, statt. Die größte Teilnehmergruppe dieser Meisterschaft bildeten ca. 406 gewertete Optimistseglerinnen und Segler. Mit am Start waren aber auch die Bootsklassen Laser 4.7, Laser Radial und 420er, die Surfer RSX und Bic Techno 293 sowie die in unseren Regionen weitgehend unbekannten Jugendbootklassen Splash und Cadet.
Das Feld der Optimisten war international. Neben Teilnehmern aus Singapur, USA, Indien und ganz Europa waren auch 11 Optisegler aus Hessen vertreten, davon zwei Fechenheimer vom Offenbacher Segelclub Undine e.V..
Die Anforderungen an die Segler waren in diesem Jahr aufgrund der herrschenden Windbedingungen extrem anspruchsvoll. Bereits am Ankunftstag zeigte sich das Wetter mit Gewitter inklusive Starkwind und Regenguss und dem anschließenden Sonnenschein von einer abwechslungsreichen Seite. Das Ungewisse sollte auch weiter bleiben.
Am Vatertag wusste zum Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung des Events eine Stunde vor dem geplanten Auslaufen der ersten Boote noch niemand, wie die sieben Startgruppen der Optimisten unterschieden und wie die Segler auf die Gruppen verteilt werden sollten. Als die Einteilungslisten schließlich an einer großen Infowand ausgehängt wurden, war das Gedränge so groß, dass nur mit massivem, körperlichen Einsatz von Helfern ein Umfallen derselben verhindert werden konnte. Die farbigen Bändsel zur Kennzeichnung konnten dann persönlich abgeholt werden.
Mit akustischem und optischem Signal wurden schließlich doch noch pünktlich die Tore geöffnet und die Boote wurden nach genauer Sicherheitsinspektion aufs Wasser gelassen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie in einem etwa dreißig Meter schmalen Kanal mehrere hundert Boote mit Kindern und Jugendlichen neben mit hindurch fahrenden Großseglern ruhig, sicher und ohne Unfälle, wie selbstverständlich auf das offene Ijsselmeer hinauskreuzen.
Bei 18-22 Knoten (5-6 Windstärken) Wind konnten am ersten Regattatag die drei angekündigten Wettfahrten zügig durchgeführt werden. Bereits viereinhalb Stunden später kamen die ersten Boote nach erfolgreich absolvierten Läufen wieder zum Hafen zurück.
In der Nacht zum Freitag legte der Wind noch einmal ordentlich zu. Die Wettfahrtleitung erläuterte detailliert die Wetterverhältnisse. Bei 28-33 Knoten (7 Windstärken) wurde kein Segler aufs Ijsselmeer gelassen. In stündlichen Abständen wurde die Startverschiebung verlängert, erhoffte man sich für den Nachmittag doch abflauende Winde. Um 15:30 wurden schließlich alle Wettfahrten für den Tag abgesagt. Für die Segler brachte dieser Tag eine wertvolle Erfahrung: Herrscht tatsächlich zu starker Wind wird an Land geblieben!
Samstag wurden bei zwischenzeitlich ausdauerndem und starken Regen und erneut 16-20 Knoten (5 Windstärken) Wind vier Wettfahrten gesegelt. Da mussten alle Kräfte sowie die Willensstärke mobilisiert werden, um durchzuhalten.
Am Sonntag waren zum Abschluss bei immer noch gleichbleibendem Wind noch einmal drei spannende Wettfahrten ausgetragen.
Im Resümee erreichten die Undine-Segler mit Antonia Gfrörer Platz 318 und Felix Laukhardt einen 177. Platz. Er war damit bester hessischer Teilnehmer.
Die Regatta war mit 10 Wettfahrten bei Starkwind eine sehr anspruchsvolle Veranstaltung. So sind manche Segler mehr gestartet, wurden aber nie gezeitet, weil 30 Minuten nach dem Zieldurchgang des Siegers einer jeden Startgruppe das Ziel für diese Gruppe geschlossen wurde. Immer wieder kam es vor, dass Optisegler Orientierungsprobleme hatten und zunächst auf die falsche der beiden Optibahnen fuhren und dann häufig zu spät zum Start kamen. Auch etliche Proteste mussten verhandelt werden. Es gab deutlich weniger Black Flag-Disqualifizierungen wegen Frühstarts als im letzten Jahr bei lauem Wind. Für manche war es eine kostspielige Veranstaltung: Die Masten der 29er brachen reihenweise.
Doris Laukhardt