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Am 21. und 22.09.2013 fand auch dieses Jahr wieder die Herbstregatta des Frankfurter Yachtclub, genannt das „Blaue Band“, statt. Es ist schon bemerkenswert, wie viele Schiffe der FYC aufs Wasser bringen kann. Von den 22 gemeldeten Booten waren 18 vereinseigene Boote am Start. Für die vier Optimisten wurde eine eigene Bahn abgesteckt. Leider war die Beteiligung der benachbarten Vereine wieder überschaubar. Von der Undine waren wir wie jedes Jahr mit einer BM-Jolle dabei.

Zum ersten Mal wurde für die offenen Kielboote eine eigene Klasse gewertet, eine Änderung, die wir schon seit langem angeregt hatten.

Die Windvorhersage deutete schon bescheidene Verhältnisse an. Dennoch probiert natürlich jeder Regattaleiter seine Läufe zustande zu bringen. Nach einer Startverschiebung wurde der Start für die erste Startgruppe auf 14:50 Uhr festgelegt. Es zeigte sich allerdings, dass nicht alle Jollen bis zu diesem Zeitpunkt auch die Startlinie erreichen werden. 10 Jollen gleichzeitig in Wasser zu bringen braucht seine Zeit. Die neue Regattaleitung wollte allerdings pünktlich starten und tat dies auch. Wenig Wind und relativ viel Strömung machte es den Teilnehmern nicht leicht, sich an der Startlinie zu halten. Zusätzlich wurde der Start durch nicht näher definierbare Schallsignale begleitet, die nicht immer durch entsprechende Flaggensignale untermauert wurden. Auch bei der zweiten Startgruppe gelang es nicht jedem, rechtzeitig an der Startlinie zu erscheinen.

Die zwei Runden des 1. Laufes waren von den Windbedingungen als grenzwertig zu bezeichnen. Wer Glück hatte kam gegen die Strömung an. Wir, als einziges Dickschiff mit Spinnaker unterwegs konnten uns einigermaßen vom Feld absetzen. Erst 15 Meter vor der Ziellinie wurden wir von den Monas auf dem Kreuzkurs überholt. Nach gesegelter Zeit kamen wir 29 Sekunden nach ihr durchs Ziel. Nach berechneter Zeit hatten wir somit den 1. Platz. Ein weiterer Lauf kam aufgrund de Windverhältnisse nicht mehr zustande. Mit einem leckeren Chilli Con Carne und von zwei jugendlichen Seglerinnen gespendeten Bier klang der Tag aus.

Für den Sonntag war noch weniger Wind vorhergesagt. Der für 10:00 Uhr geplante Start wurde immer weiter nach hinten geschoben, bis es hieß, 11:30 Start. Eine Entscheidung die man durchaus kritisch betrachten muss. Kaum Wind, regelmäßige Berufsschifffahrt, die das Feld alle 20 Minuten passiert. Es standen Ordnerboote zur Verfügung, die im Fall der Fälle hätten eingreifen können, aber die Boote wären durch den Wind nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone gekommen. Dieser zweite Lauf war ein reines Glückspiel. Wir hatten das Glück als erstes Boot die Luvtonne zu passieren und konnten dann mit der Strömung dem Ziel entgegen treiben. Mit weitem Abstand, das nächste Dickschiff kam 10 Minuten später, überquerten wir die Ziellinie. Für die Jollen wurden dann noch ein weiterer Lauf gestartet, der aber mit segeln nur am Rande zu tun hatte.

Nachdem alle wieder an Land waren gab es Mittagessen. Chilli von gestern oder Rindswurst und ein reichhaltiges Kuchenbüfett.

Dieter und ich freuten uns auf die Siegerehrung. Zum ersten Mal waren wir ganz vorn nach gesegelter und berechneter Zeit, das blaue Band in greifbarer Nähe. Diese Trophäe fehlte uns in unserer Sammlung.

Um 15:30 Uhr begann die Siegerehrung. Leider war ein Teil der Opti-Kinder nicht mehr dabei. Die Siegerehrung hatte bereits für diese Klasse vorher stattgefunden. Im Nachhinein muss man sagen, gut so.

Scheinbar hat es sich im Frankfurter Yachtclub noch nicht herumgesprochen, dass Segeln ein Mannschaftsport ist und dass es Boote mit mehr als einer Person gibt. Scheinbar hat der neue Kran die finanziellen Ressourcen so beansprucht, dass man nur den Steuerleuten einen Preis und eine Urkunde übergeben konnte. Dass aber selbst auf den Auswertlisten keine Vorschoter benannt wurden, obwohl diese bei der Meldung benannt wurden, kann man nur als unsportlich bezeichnen. Bei der Preisvergabe in der Klasse der offenen Kielboote bescheinigte man uns durchaus das schnellste Schiff zu und der Steuermann erhielt auch ein Flasche Sekt, 1 Glas und eine Urkunde, dass so heiß ersehnte blaue Band gab es aber nicht. Für die Klasse der offenen Kielboote ist kein blaues Band beschafft worden, weil die Klasse ja neu ist und für die anderen Klasse die Bänder bis zum Jahr 2020 vorrätig sind. Wer so langjährige Teilnehmer motivieren möchte, auch zukünftig an der Veranstaltung teilzunehmen, hat hier mit Sicherheit das falsche Konzept gewählt. Leider ging das Debakel noch weiter. Die Siegerehrung wurde beendet. Dieter musste im Anschluss noch auf die Preise, die in der Ausschreibung genannt wurden, hinweisen, die man glatt vergessen hatte. Man wird den Preis in der kommenden Woche dem Steuermann übergeben, so die lapidare Antwort.

Ich präsentiere hier keine einzelne Meinung wie es sich in Gesprächen nach der Regatta zeigte. Ob ein Umdenken stattfinden wird, wird sich zeigen.

 

Klaus Mackeprang

Vorschoter BM-Jolle