Auch 2014 nahm der Segelclub Undine wieder an der Blechdippe teil. Dieses Jahr ging es aber eher um die Kontaktpflege. Durch den engagierten sportlichen Einsatz der Jollensegler im Verein, stand für diese Regatta kein Boot aus der Jollenfraktion am Start. Damit waren der Gesamtsieg und der damit verbundenen Eimer in weite Ferne gerückt. Wie in den vergangenen Jahren machten sich diesmal nur zwei Boote des Clubs bereits am Freitag auf den Weg zum Polizeisportverein am Niederräder Ufer.
Ein besonderes Lob galt den Mitarbeitern des Wasser –und Schifffahrtsamt, die uns sehr zeitnah eine Schleusenkammer zur Verfügung stellten, sodass wir weder Wartezeiten auf dem Weg nach Frankfurt noch auf dem Rückweg hatten.
Das geflügelte Wort der Blechdippe 2014 hieß „Flatrate“. Ein Begriff aus dem Kommunikationsbereich, der viele andere Bereiche schon erfasst hat. Bei der Meldung wurden wir bereits gefragt, ob wir für 5 Euro Aufgeld, die Vergünstigungen wie Getränke und Essen frei nutzen möchten.
Jeder der mich kennt, weiß, dass dies für den ausrichtenden Verein, den Schwimmclub Niederrad nie in die Gewinnzone bringen kann. Aber zurück zur Segelveranstaltung. Der erste Start war für 14:00 Uhr vorgesehen. Strahlender Sonnenschein und angenehm milde Temperaturen markierten diesen spätsommerlichen Tag. Das einzige was fehlte war der Wind.
Trotz der bestehenden Windverhältnisse konnte man das Funkeln in den Augen der Regattaleitung sehen, eine Wettfahrt zu starten. Nach 15minütiger Startverschiebung gingen 14 Jollen, 4 offene Kielboote und 4 Kreuzer an den Start. Der Jollenstart wurde von einem kleinen Windfeld unterstützt, welches sich gerade partiell über der Startlinie befand. 5 Minuten später starteten die Dickschiffe. Starten ist vielleicht der falsche Begriff. Der Knall der Startpistole vertrieb den letzten Hauch und die Druckwelle der Platzpatrone verschaffte nur noch 2 Dickschiffen in Ufernähe den notwendigen Vortrieb, um über die Startlinie zu kommen. Wir anderen versuchten nur nicht rückwärts zu fahren. 10 Minuten später gelang es uns auch zumindest über die Startlinie zukommen und aktiv ins Geschehen einzugreifen. Der wenige Wind, der nicht flächendeckend das Regattafeld versorgte, verlangt von den Steuerleuten ein hohe Konzentration ab. Nach 1 Stunde und 45 Minuten hatten wir unsere erste Runde absolviert und die Regattaleitung hatte ein einsehen. Die Dickschiffe wurden bereits nach einer Runde gewertet. Die Jollen wurden nach 2 Runden gewertet, wobei mangels Wind mancher Segler sich mit rhythmischer Sportgymnastik dem Ziel näherte. Aber wir hatten den letzten Wind verbraucht. Nach uns hat niemand mehr die Ziellinie überquert. Mit Flatrate Bier und Flatrate Bratwürsten war der seglerische Nachmittag schnell vergessen und nachdem Manfred die Feuerschale entzündet hatte gab es auch keine Vereine mehr, sondern nur noch Segler und nicht zu vergessen auch Seglerinnen.
Der nächste Morgen begann mit einem Flatrate Frühstück, wobei der ein oder andere nur begrenzt feste Nahrung zu sich nehmen konnte. Liebevoll angerichtete Platten und ein kräftiger Kaffe brachte wieder Leben in die Truppe. Nur der Wind wollte nicht so wie wir wollten. Zart kräuselten sich die kleinen Wellen auf dem Main und signalisierten Wind. Dies führte sogleich zu einer Überbewertung durch die Regattaleitung. Wild entschlossen einen zweiten Lauf zu absolvieren wurde gestartet. Der Wind reichte aus um pünktlich zu starten. Nachdem sich beide Gruppen über die Startlinie gequält hatten, war die Windkraft erschöpft. Nur einige Segler schienen private Windvorräte an Bord zu haben und zogen zielstrebig der Ziellinie entgegen. Der Wind am zweiten Tag war zwar besser, aber was für ein Vergleich. Nach dem zweiten Lauf schlief der Wind komplett ein und man bereitete die Abreise vor. Zwischenzeitlich gab es noch eine Protestverhandlung, der aber aus formalen Gründen abgelehnt wurde.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde die selbstgemachte leckere Flatrate Lasagne serviert.
Die anschließende Siegerehrung, bei der es traditionell um eine Menge Alkohol geht, rundete die Veranstaltung ab. Obwohl der Segelclub Undine nur mit zwei Booten vor Ort war und in der Wertung um die Blechdippe keine Rolle spielte, gelang es Peter und Susanne den ersten Platz bei den Kreuzern zu er segeln.
2014 Blechdippe beim SCN eine gelungene Veranstaltung. Mal sehen wie viel Schiffe 2015 vom Segelclub Undine teilnehmen.
P.S. Vielen Dank auch an den PSV und die SKG für die Bereitstellung der Liegeplätze.
Klaus Mackeprang
Segelclub Undine